Instrumentenglossar

Akkordeon

Das Akkordeon gehört zur Familie der Handzuginstrumente, bei denen der Ton durch frei schwingende, durchschlagende Zungen erzeugt wird. Somit gehört es zu den selbstklingenden Unterbrechungs-Aerophonen. Heute zählt man alle Handzuginstrumente, die auf der rechten Seite, dem Diskant, die Tastatur in einer abgewinkelten Form angebracht haben, zur Familie der Akkordeone. Diese Anordnung der Tastatur geht auf die ersten Wiener oder die ersten französischen Instrumente zurück.

Bauweisen

Wie fast alle Handzuginstrumente besteht das Akkordeon aus zwei Teilen (Diskant und Bass), die durch einen Balg miteinander verbunden sind. Durch das Auseinanderziehen und Zusammendrücken der beiden Teile wird die Luft im Balg durch die Stimmstöcke in den beiden Seitenteilen geleitet. Je nachdem, ob beim Ziehen und Drücken die selben Töne erklingen, wird  zwischen sog. wechseltönigen und gleichtönigen Instrumenten unterschieden. Eine weitere Klassifikation ist nach Art der Tastenbelegung auf der Diskantseite möglich. Neben den hier aufgezählten sind zahllose weitere Varianten bekannt. Die Vielfalt der Akkordeone in Gruppen einzuteilen, fällt schwer, da sich  bei allen Klassifikationssystemen  Vor- und Nachteile sowie mehr oder weniger zahlreiche Ausnahmen zeigen.

Akkordeonunterricht

Für den Unterricht und das Akkordeonlernen bedeuten diese verschiedenen Bauweisen, dass ein Lehrer, der zum Beispiel Piano-Akkordeon spielen kann, nicht notwendigerweise auch diatonisches Akkordeon unterrichten kann. Entsprechend gibt es zwei Möglichkeiten für den Interessierten:

  1. Du entscheidest von vornherein, welche Art Akkordeon du lernen möchtest.
  2. Ein Lehrer in deiner Nähe kann dir die Unterschiede erklären und ggf. Angebote zum Unterricht auf einer Art oder mehreren Arten von Akkordeon geben.





Akkordzither (griffbrettlose Zither)

Die Akkordzither ist aus dem Scheitholz hervorgegangen und besitzt Merkmale von Zither und Gitarre. Sie gehört zu den Griffbrettzithern. Im 19. Jahrhundert wurde die Forderung nach einem einfachen, preiswerten „Volksinstrument“, das man ohne große Notenkenntnisse erlernen kann, immer größer. Diese Bedürfnisse bediente die Akkordzither.

Unterrichtet wird die Akkordzither nur noch selten, während man für die Konzertzither in Süddeutschland, vor allem in Bayern, sowie in Österreich Unterrichtsmöglichkeiten findet. In München sowie in Österreich (z. B. Innsbruck) kann Zither am Konservatorium als Konzertinstrument studiert werden.

Die Akkordzither gilt als Grundtyp der meisten nachgebauten Zitherarten. Sie wurde, wie die anderen auch, in unzähligen Variationen hergestellt (Gitarrenzither, Mandolinenzither, Mandolin -Guitar -Zither, Konzert-Gitarrenzither, Salonzither usw. ...) . Die Saiten der Akkordzither sind deutlich in zwei Gruppen unterteilt; rechts sind die Melodie- und links die Begleitsaiten. Die Saiten sind in Längsrichtung vom Spieler-/in angeordnet. Die Melodiesaiten sind chromatisch angeordnet, im Umfang von normalerweise zwei ( c′ bis c′′′ ), seltener zweieinhalb bis drei Oktaven. Sie sind einfach oder zweifach aufgezogen. Links ist der tiefste Ton, rechts der höchste. Die Begleitsaiten gliedern sich in Bündel zu je 4 bis 7 Saiten. Jedes Bündel ergibt einen Akkord, wobei die dick umsponnen Bassaite oft etwas abgesetzt ist, was beim Begleiten ein sauberes Trennen zwischen Bass und Akkord erleichtert.

Zum Spielen wird das Notenblatt unter die Melodiesaiten geschoben. Der dickere Strich liegt unter der C-Saite, auf dem vorgezeichneten Weg ( Zickzacklinien ) werden die Melodietöne mit dem Daumen der rechten Hand gezupft, wozu ein Zitherring verwendet wird. Die Notation der Melodie verläuft auf dem Notenblatt von oben nach unten. Die Akkorde werden mit der linken Hand gespielt, mit dem bloßen Daumennagel oder auch mit einem Zithering, was aber nicht so weich klingt. Musikalische Kenntnisse sind ebenfalls von Vorteil, um ein „richtiges Wiedergeben” der Lieder zu gewährleisten.

Das Spielrepertoire setzt sich aus Volksliedern, Weihnachtsliedern, Chorälen, Schlagern und leichter Klassik zusammen. Durch die „einfache, schnelle Erlernbarkeit” haben viele dieses Instrument erlernt; auf vielen Speicherräumen stehen diese Zithern noch.

Schau dich einfach auf dieser Website nach einer Lehrerin oder einem Lehrer für dieses Instrument um!


Akustikbass / Bassgitarre

Mit Bassgitarre wird meist eine tiefe viersaitige Gitarre bezeichnet (Stimmung in Quarten: Kontra-E, Kontra-A, D, G bzw. E1—A1—D2—G2, also wie ein Kontrabass aus der Geigenfamilie). Als Fünfsaiter hat die Bassgitarre meist noch ein Subkontra-H, selten ein „kleines” c (C3).

(Andere Instrumente, die mit „Bassgitarre” bezeichnet werden können, sind die in der Volksmusik verwendete Kontragitarre/Schrammelgitarre mit sechs Griffsaiten und 5–12 Basssaiten sowie die sechssaitige Baritongitarre bzw. tiefe Gitarre aus der Familie der Konzertgitarren.)

Die „gemeine” Bassgitarre gibt es in der akustischen Form (Akustikbass, Akustische Bassgitarre) oder in der elektronischen als E-Bass, oder natürlich auch „halbakustisch”, als elektronisch verstärkter Akustikbass.

Der E-Bass setzte sich seit den 1950er-Jahren als handlichere Alternative zum Kontrabass durch. Er hat den Nachteil, dass er mangels eines Resonanzkörpers nur elektrisch verstärkt gespielt werden kann. Als Alternative kam der Akustikbass auf, der eben diesen Resonanzkörper hat und somit unverstärkt gespielt werden kann. Optisch ähnelt er einer akustischen Gitarre.

Es gibt verschiedenste Spieltechniken, die man im (E-)Bass-Unterricht lernen kann. Wenn du einen Lehrer für „Bass”, also Akustikbass oder E-Bass, suchst, schau dich auf dieser Website um!





Alexandertechnik

Die Alexander-Technik ist eine pädagogische Methode, die nach ihrem Begründer benannt ist. Sie soll dem dem Aufspüren und Ablegen unerwünschter motorischer Gewohnheiten zu Gunsten besserer Haltung und Bewegung dienen. Durch langsame Bewegungen und Veränderungen der Haltung aus einer möglichst entspannten Grundhaltung heraus, soll sich der Patient über seine Bewegungs- und Haltungsmuster bewusst werden. Dabei kommt es nicht darauf an eine allgmemein richtige Haltung zu erlernen, sondern die individuell richtige.
Die Alexander-Technik kann auch in der Musik eine Hilfe sein. Es heißt in Bezug auf Bewegungen generell, es sei doppelt so schwer etwas falsch antrainiertes zu korrigieren, wie es von vornherein richtig zu lernen. Das gilt auch für das Spielen eines Instruments. Falsche Haltungen, Griffe oder Bewegungen sollen mit Hilfe der Alexander-Technik ausgetrieben werden können.

Wer die Alexander-Technik erlernen möchte, um seine eigenen Angewohnheiten zu korrigieren, kann auf diese Website Lehrer finden, die es einem in einigen Unterrichtsstunden beibringen können.





Alphorn

Das Alphorn ist ein Blechblasinstrument auf dem Prinzip der Polsterpfeife und gilt als ein Nationalsymbol der Schweiz und Österreichs. Seine Zugehörigkeit zur Familie der Blechblasinstrumente ergibt sich ungeachtet seiner Bauart (vornehmlich aus Holz - seltener Kunststoff) aus seiner Blastechnik.

Wer das Alphornspiel erlernen will, kann sich von einem Lehrer für Blechblasinstrumente unterrichten lassen. Das Alphornspiel erfordert ein Training der Lippen- und Atemmuskulatur. Notenkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich. Anfänglich wird man dem Instrument erst mal drei bis vier Töne entlocken, bis man sämtliche 10–12 Töne der Naturtonreihe hinbekommt.


Angelica

Die Angelica ist ein historisches Zupfinstrument (Theorbenfamilie) aus der Barockzeit.  Den Namen könnte man als „Engelslaute“ deuten, wegen des lieblichen Klanges („Angel Lute“ bei James Talbot, Manuskript Oxford 532, 1685–1701).

In der Angelica verbinden sich Elemente aus Laute, Harfe und Theorbe:

1. An die Barocklaute erinnert der halbbirnenförmige Korpus mit einem auf der Schalldecke befestigten Saitenhalter (Steg). Auch die Mensur der neun oder zehn Griffbrettsaiten mit ihren durchschnittlich 54–70 cm ähnelt der der Barocklaute. Anders als die Laute (doppelchörige Bespannung) war die Angelica einchörig bespannt.

2. Mit der Theorbe gemein hat sie am verlängerten Hals den zweiten Wirbelkasten, an dem acht bis zehn der Bass-Saiten als nicht zu greifende Bordune befestigt sind.

3. Ähnlich wie die Harfe hat die Angelica eine diatonische Stimmung:

C – D – E – F – G – A – H – c – d – e – f – g – a – h – c′ – d′ – e′.

Den Tonumfang hat die Angelica mit der französischen Théorbe des pièces gemein, die allerdings die für Theorben typische rückläufige Stimmung hat:

C – D – E – F – G – A – H – c – d – g – c' – e'– a – d' (re-entrant tuning).

Die wenige überlieferte Musik für Angelica (ein Druck, ein Dutzend Handschriften) sowie die wenigen erhaltenen Instrumente weisen auf die zweite Hälfte des 17. und den Anfang des 18. Jahrhunderts als die Blütezeit des Instruments hin. Zentren für dieses Instrument gab es drei: Paris und andere Orte in Frankreich, dann Strassburg und Mainz sowie Orte im nördlich-nordöstlichen Deutschland.

Musik für Angelica ist in französischer Tabulatur notiert, wobei die Bezeichnung der Bässe je nach Autor schwankt.


Die erste Suite der folgenden Aufnahmen wird auf einer Angelica gespielt:





Autoharp / Autochord

Die Autoharp ist ein Musikinstrument, das der Zither ähnelt. Seit dem späten 19. Jahrhundert wird es vorwiegend in den USA in der Bluegrass-, Folk- und Country-Musik verwendet. Der Name Autoharp ist seit 1927 ein eingetragenes Warenzeichen.

Die Autoharp ist ein sehr exotisches Instrument und erfuhr ein kleines Revival durch die Kinogeschichte Johnny Cashs, dessen Ehefrau June Carter eine Autoharp spielte und darauf den Welthit Ring of Fire komponierte. 

Es werden alle Saiten gleichzeitig angeschlagen. Durch Drücken eines Balkens werden unterschiedliche Akkorde erzeugt. Jedem Akkord ist ein Balken zugeordnet, der oberhalb der Saiten liegt und die nicht benötigten Saiten verstummen lässt.

Wer gern Autoharp spielenlernen möchte, findet hier auf der Seite geeignete Musiklehrer.
Und eine Autoharp kaufen kann man bei Folkfriends, wo es eine Auswahl an Instrumenten mit 15 oder 21 Akkorden, sowie mit und ohne Tonabnehmer gibt.






Ölfass

Das Ölfass ist - neben seiner Funktion als Behälter für Öl - ein idiophones Schlaginstrument, welches entweder noch ein Ölfass ist oder aus einem solchen gefertigt wurde. In der Regel wird nicht auf einem unverarbeiteten Fass musiziert. Die verbreitetste Form ist die Steel Drum (siehe dort für die Geschichte des Ölfasses).

Musikunterricht für das Musizieren auf Ölfässern wird auch von Musiklehrern auf dieser Website angeboten. Interesse? Einfach mal umschauen!