Instrumentenglossar

Beatboxing / Vocal Percussion

Vocal Percussion ist die Imitation von Percussionsrhythmen durch Mund, Rachen und Nase. Traditionell kommt Vocal Percussion auf der ganzen Welt in verschiedenen Kulturen vor (z.B. in Indien, Indonesien und Afrika). Über bestimmte Formen des textlosen Scat-Gesangs, bei dem beispielsweise im Jazz unter anderem lautmalerisch Instrumente Nachgeahmt werden, kommt Vocal Percussion aber auch in vielen modernen Musikrichtungen vor.
Die bekannteste Form ist wohl das sogenannte Beatboxing. Der Ausdruck "Beatboxing" steht für das Nachahmen der Klänge elektronischer Percussion wie von Drumcomputern (= beat boxes) und wird meist zur Begleitung im Hip-Hop verwendet. Es entstand in den 1980er Jahren in der Hip-Hop-Szene, in der viel mit Drumcomputern gearbeitet wird. Ähnlich wie bei Schlagzeugern und Percussionisten haben sich im Laufe der Zeit auch im Beatboxing ganz individuelle Stile herausgebildet.

Da es bei der Vocal Percussion und insbesondere beim Beatboxing mehr auf stimmlose, als auf stimmhafte Laute ankommt, sind wichtige Techniken das Schnalzen mit der Zunge, Schnarchen, lautes Atmen oder Schlucken, Vibrieren mit den Lippen und Pfeifen. Dadurch ist es dem Musiker sogar möglich die Vocal Percussion mit Gesang zu kombinieren.

Wer sich für Unterricht in Beatboxing und/oder Vocal Percussion interessiert, kann hier auf der Website nachschauen, ob er einen passenden Lehrer findet.






Belcanto

Bei Belcanto handelt es sich um eine Form des Operngesanges, die vorwiegend im Zeitraum vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert eingesetzt wurde. Ihr Ursprung liegt in Italien.
Im Belcanto wird verzierter gesungen, als in der vorherigen ruhigeren und der darauffolgenden Zeit, in welcher Opern von größeren Orchestern begleitet wurden und die Sänger zu übertönen drohten. Außerdem hatten die Belcanto-Sänger mehr Freiraum für Improvisation.
Charakteristisch für Belcanto sind schnelle, eingeschobene Tonfolgen, in einander übergleitende Töne, sowie in Melodien oder gehaltene Töne eingeschobene Klänge. Die Virtuosen des Belcanto waren sicher die Kastraten, welche sich im 18. Jahrhundert besonderer Beliebtheit erfreuten. Allerdings war ihnen das Belcanto nicht ausschließlich vorbehalten.

Wer sich auch einmal daran versuchen möchte, kann auf dieser Website nach einem geeigneten Lehrer für Unterricht in Belcanto suchen.





Chanting

Das Chanting oder Chanten ist ursprünglich eine Form des religiösen Gesanges und Rezitierens, wie sie weltweit in verschiedenen Kulturen, wie zum Beispiel im Buddhismus (Tibetischer Kehlgesang u.a.) und Christentum (Gregorianische Gesänge) entstanden ist.
Heutzutage bezeichnet "Chanting" aber auch das Singen oder Sprechen in Verbindung mit rhythmischer Bewegung, Tanz oder Trommeln. Es wird unter anderem in Therapien, Yoga- und Wellness-Übungen eingesetzt.

Chanting-Stunden und Unterricht werden auch von einigen Lehrern und Therapeuten auf dieser Website angeboten.





Chorgesang

Wer sich für Gesangsunterricht bzw. Stimmbildung interessiert, hat grundsätzlich die Möglichkeit, Einzelunterricht zu nehmen oder Stimmbildung im Rahmen von Chorproben zu genießen.

Bei der chorischen Stimmbildung werden auf der einen Seite idealerweise alle Regeln und Ziele der individuellen Stimmbildung beachtet. Auf der anderen Seite steht diesem ein gänzlich anderes Ziel – nämlich die klangliche Einheit eines Chores – gegenüber. Während persönliche Stimmerkmale im Chor schlichtweg unerwünscht sind (z. B. übermäßiges Vibrato), steht vor allem die Anpassungsfähigkeit der Stimme im Vordergrund, das Aufeinander-Hören und richtige Intonieren.

Je nachdem, welchen Stellenwert die Stimmbildung bei den Ensemble- und Chorproben hat, kann man mehr oder weniger intensiv mit der eigenen Stimmentwicklung vorankommen.  Je nach Größe des Ensembles oder Chores wird der/die Leiter/in vom Ensemble auf Einzelne mehr oder weniger eingehen können.

Vielleicht helfen dir diese Angaben, dich zu entscheiden, ob du Gesangsunterricht in Form von Einzelunterricht oder chorischer Stimmbildung nehmen willst. Damit kannst du gezielter auf die Suche nach einer Lehrerin/einem Lehrer gehen, und vielleicht hilft es dir auch, nach der ersten Kontaktaufnahme gleich gezielte Fragen zu stellen.

 


Ensemblegesang

Wer sich für Gesangsunterricht bzw. Stimmbildung interessiert, hat grundsätzlich die Möglichkeit, Einzelunterricht zu nehmen oder Stimmbildung im Rahmen von Chor- bzw. Ensembleproben zu genießen.

Bei der chorischen Stimmbildung oder Stimmbildung für Ensemblegesang werden auf der einen Seite idealerweise alle Regeln und Ziele der individuellen Stimmbildung beachtet. Auf der anderen Seite steht diesem ein gänzlich anderes Ziel – nämlich die klangliche Einheit eines Chores – gegenüber. Während persönliche Stimmerkmale im Chor schlichtweg unerwünscht sind (z. B. übermäßiges Vibrato), steht vor allem die Anpassungsfähigkeit der Stimme im Vordergrund, das Aufeinander-Hören und richtige Intonieren.

Je nachdem, welchen Stellenwert die Stimmbildung bei den Ensemble- und Chorproben hat, kann man mehr oder weniger intensiv mit der eigenen Stimmentwicklung vorankommen.  Je nach Größe des Ensembles oder Chores wird der/die Leiter/in vom Ensemble auf Einzelne mehr oder weniger eingehen können.

Vielleicht helfen dir diese Angaben, dich zu entscheiden, ob du Gesangsunterricht in Form von Einzelunterricht oder chorischer Stimmbildung nehmen willst. Damit kannst du gezielter auf die Suche nach einer Lehrerin/einem Lehrer gehen, und vielleicht hilft es dir auch, nach der ersten Kontaktaufnahme gleich gezielte Fragen zu stellen.


Funktionale Stimmbildung

Funktionale Stimmbildung (häufig auch Funktionale Stimmentwicklung genannt) ist ein Begriff, den der amerikanische Stimmwissenschaftler Cornelius L. Reid prägte und verbreitete. Funktionale Stimmentwicklung bedeutet die Bildung und Entwicklung der menschlichen Stimme auf Grundlage von natürlichen physiologischen Gesetzmäßigkeiten der Stimmfunktion. Sie ist geprägt von der Stimulation (Anregung) reflektorischen (unwillkürlichen) Verhaltens des Stimmmechanismus und eine durch rhythmisierte Übungen geförderte spontane Muskelbewegung, die auf den rhythmischen Impuls absolut frei reagiert. Ziel der Stimmbildung ist eine bewusste Kontrolle über ein unwillkürlich arbeitendes Muskelsystem. 

Finde hier bei www.musik-unterricht.de deine Lehrerin/deinen Lehrer für funktionale Stimmbildung!


Gehörbildung

In der Gehörbildung wird die Fähigkeit herausgebildet und trainiert Töne, Tonhöhen, Intervalle, Akkorde und Rhythmen rein nach Gehör zu erkennen. Dies ist für jeden Musiker hilfreich, aber von besonderer Bedeutung für Dirigenten und Konzertmusiker, Musikwissenschaftler und nicht zu letzt für Musiklehrer selbst.
Durch die Gehörbildung wird ein unmittelbares Gefühl dafür aufgebaut, wie ein Ton an welcher Stelle in einer Melodie wirkt und welche Funktion er einnimmt (warum der Komponist ihn dort eingefügt hat). Dies erleichtert den Überblick in komplexen Stücken zu behalten und neue Stücke zu lernen.
Natürlich ist es nicht Ziel der Gehörbildung ein absolutes Gehör auszubilden, sondern darum ein größeres Verständnis für musikalische Zusammenhänge zu bekommen.

Wer sein Gehör bilden, bzw. in Gehörbildung unterrichtet werden möchte, findet entsprechende Lehrer auf dieser Website.


Gesangscoaching

Gesangscoaching, Stimmcoaching und Vocal Coaching sind Bezeichnungen für Gesangsunterricht im weiteren Sinne.
Die Tätigkeiten eines solchen Gesangscoaches sind nicht genau definiert und hängen von dem individuellen beruflichen Profil des Gesangscoaches ab.

Typischerweise berücksichtigt ein Gesangscoach nicht nur körperliche Aspekte des Singens (Atem, Haltung und Bewegung), sondern auch mentale.

Ein Gesangscoach kann seine Aufgabe auch darin verstehen, jemanden darin zu unterstützen, ein ganz bestimmtes Ziel zu erreichen (z. B. auf eine Vorsingsituation vorzubereiten).

Es gibt Gesangs- oder Stimmcoaches, die ihre Arbeit als ganzheitlich, also über den Aspekt des Singens hinausgehend, verstehen und die mit ihrer Stimmarbeit allgemeine Persönlichkeitsentwicklung fördern wollen. Andere Vocal Coaches wiederum sind eher spezialisiert auf einzelne Aspekte der Stimmarbeit, z. B. auf das Aussprachetraining für eine bestimmte Sprache, auf eine kurzes und prägnantes Vorbereiten auf eine Bühnen- oder Aufnahmesituation etc. 
Beide Bereiche (ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung oder Spezialisierung/Fokus auf einen bestimmten Aspekt der Gesangsarbeit) müssen sich jedoch nicht ausschließen.

Wenn du einen Gesangscoach suchst, schau dir einfach genauer die Profile der Gesangscoaches auf dieser Website an und/oder tritt mit den Gesangscoaches in Kontakt, damit ihr gemeinsam herausfinden könnt, was dein Anliegen ist und ob das Angebot des betreffenden Gesangscoaches für dich passt.


Gesangsunterricht

Gesangsunterricht (oder auch Gesangspädagogik)  ist ein Medium zum Erlernen von Gesang, welches sich auf Grund der langen Geschichte des Gesanges ebenfalls einer langen Tradition erfreut. So lässt sich nachweisen, dass es bereits im antiken Griechenland Gesangsunterricht gegeben hat.
Wichtiger Bestandteil des Gesangsunterrichtes ist die Stimmbildung. Außerdem wird die Persönlichkeit des Schülers ausgebildet, denn das Erlernen von Gesang erfordert Disziplin und Ausdauer und der Vortrag der erlernten Kunst eine gewisse Portion Selbstbewusstsein. Weitere Bestandteile sind die Diktion, in welcher der Sprachausdruck und die Betonung der Worte trainiert wird, und die Liedinterpretation, bei welcher die Auslegung und Umsetzung der in ihrer Aussagekraft beschränkten Partituren geübt wird. Für die Vortragssituation werden meist auch noch Haltung, Mimik und Gestik trainiert, welche einen schönen Gesangsbeitrag abrunden (siehe auch Bühnenpräsenz).

Wer sich für Gesangsunterricht interessiert, kann auf dieser Website einen geeigneten Gesangslehrer finden.


Growling, Screaming, Shouting (Metal)

„Kehlige” Gesangstechniken

Der „kehlige” bzw. gutturale Gesang findet Anwendung u. a. in Subgenres des Metals (Thrash-, Death- oder Black Metal, sowie häufig auch im Pagan-, Folk- und Viking Metal) aber auch im Hardcore Punk (Digital Hardcore, Emo- und Metalcore, im Grindcore-Umfeld), sowie im Industrial-, EBM- und Dark-Electro-Bereich. Er wird durch den Einsatz von (teilweise verzerrtem) Krächzen, Grunzen und Knurren (Grunting und Growling), klarem Rufen (Shouting) oder hohem Schreien bzw. Kreischen (Screaming) erzeugt. Teilweise wird das Screaming als gutturaler Gesang eingeordnet, oft jedoch das Grunting beziehungsweise Growling im Gegensatz zum Screaming als guttural bezeichnet oder letzteres als weniger guttural angesehen.

Eine einheitliche Technik gibt es bei diesen Gesangsstilen nicht. So kann man auch ohne große Übung „schreien“ oder „growlen“, allerdings besteht bei ungestümem Singen die Gefahr einer Stimmbandverletzung (vor allem, wenn der verzerrte Anteil mit den „echten Stimmbändern“ gebildet wird). Diese wird bei Übung und „richtiger“ Technik, d. h. dem Bilden der Verzerrung mit den Taschen- bzw. „falschen Stimmbändern“ aber vermieden bzw. minimiert. So empfehlen einige Sänger dieses Stils professionelle Gesangsstunden, um Gesangstechnik zu lernen, seine Stimme besser kontrollieren zu können, bzw. um die Atemtechnik zu erlernen.

Grundsätzlich haben diese Gesänge Ähnlichkeit mit dem Vorgang beim Gähnen bzw. tiefen, klanghaften Seufzen. Bei den „Growls“ und den „normalen Screams“ verwendet man dabei die normale, volle Stimme. Die „Screams“ sind dabei von der Tonhöhe der Stimme etwas höher (vgl. Tonhöhe beim Brüllen), während die „Growls“ zumeist tiefer sind. Bei diesen ist aber auch eine Höhenvariation möglich, welche durch Verformen des Mundes erreicht wird. So entsteht beim Zusammenziehen (wie beim Sprechen eines „o“) ein tieferer und beim Öffnen (wie beim Laut „a“) ein höherer Ton. Diesen beiden Gesangsstilen stehen die so genannten „high-pitched screams“ gegenüber, welche im Falsett „geschrien“ werden und somit höher als die „normalen Screams“ sind.

Die bekannteste Gesangslehrerin für gutturalen Gesang ist die Amerikanerin Melissa Cross, welche bereits vielen populären Metal-Sängern zu großer Anerkennung verhalf. Einige ihrer Schüler waren z. B. Corey Taylor von Slipknot, Matthew Tuck von Bullet for My Valentine, sowie Randy Blythe von Lamb of God. Große Aufmerksamkeit erlangte sie mit dem Erscheinen ihrer „Zen of Screaming”-Tutorial-DVDs.

Growling

Die Bezeichnung Growling kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie ‚knurren‘ oder ‚brummen‘, da es Ähnlichkeit mit dem tiefen Knurren eines Tieres hat - alternativ dazu wird auch die Bezeichnung Grunting (englisch: ‚grunzen‘) benutzt. Ein Vorreiter war hier der tiefe, „bellende“ Gesang von Charles „Evil Chuck“ Schuldiner, dem Sänger und Gitarristen der US-amerikanischen Death-Metal-Band Death, das eigentliche Growling entstand jedoch später unter anderem durch schwedische und Florida-Death-Metal-Bands. In verschiedenen Musikrichtungen (hauptsächlich Grindcore und Death Metal, seltener auch Black-, Gothic-, Doom Metal, sowie Dark Electro und Teilen der schwedischen Electronic Body Music) wird es als Gesang verwendet. Durch die klangliche Fremdartigkeit aber, in welcher die Texte dort wiedergegeben werden, schrecken einige Hörer vor diesen Musikstilen zurück.

Von den meisten Künstlern wird der Growl genauso als Gesang anerkannt wie der „normale“ anderer Musikrichtungen. Bei einer längeren Beschäftigung mit diesem Gesangsstil lernt man auch, die Texte zu verstehen.

Das Growling wird oft verwandt, um die vornehmlich brutalen Texte musikalisch passend wiederzugeben. Man kann dies gut bei Chris Barnes (aktueller Sänger von Six Feet Under) oder George „Corpsegrinder“ Fisher (Cannibal Corpse) hören. Insbesondere im Death Doom und im Gothic Metal, aber nicht nur dort, unterstützt es hingegen die vermittelte Melancholie. Im Gothic Metal ist ein weiblicher Gegenpart in Sopran keine Seltenheit (beispielsweise bei Epica, Tristania, After Forever, oder Theatre of Tragedy).

Das Growling ist von der Tonhöhe meist verhältnismäßig tief.

Screaming

Screaming (engl. für: ‚schreien‘, ‚kreischen‘), vor allem das high-pitched screaming (Kreischen mit sehr hohen Frequenzspitzen), ist von der Tonhöhe her der höchste der gutturalen Gesänge. Eine Vorreiterfunktion nahm hier Quorthon ein, dessen Gesang auf den frühen Bathory-Alben von einem hohen Kreischen zu einem tiefen Krächzen reichte und sich damit sowohl vom hohen, klaren Gesang im traditionellen Heavy Metal als auch anderen Gesangsstilen im extremen Metal deutlich unterschied. Es wird meistens im Black Metal verwendet, um dem an sich schon aggressiven Musikstil auch durch den Gesang zusätzlich Emotionen, wie z. B. Aggression oder „Kälte“ (vor allem im Zusammenhang mit Effekten wie Hall), und Härte zu geben. Benjamin Hedge Olson beschreibt das Screaming in seiner Masterarbeit über Vielfalt, Mystizismus und Identität im Black Metal als „geschlechtsloses, unmenschliches, gequältes Kreischen“. Der Tonumfang kann dabei von sehr hohem Geschrei (high-pitched screaming) bis zu tieferem Gekrächze reichen, das aber nicht die Tiefe des Growling erreicht. Auch im Crunkcore wird Screaming verwendet - dort aber über Hip-Hop-Beats und ohne Verbindung zum extremen Metal.

Shouting

Shouting kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie ‚Rufen‘ oder ‚Schreien‘. Beim Shouting werden oft nur die „echten“ Stimmbänder beansprucht oder die Stimme nur zum Teil verzerrt, was dafür sorgt, dass der Schrei klarer erscheint und oft auch der Text besser verständlich ist. Die Tonlage des Shoutings liegt meist auf derselben wie die normale „Sprechstimme“ des Sängers, manche Sänger jedoch (z. B. Tom Araya, Mille Petrozza) verändern das Shouting zu sehr hohem quietschenden Kreischen, das jedoch im Grunde genau so funktioniert wie ein Anheben der Sprechstimme. Das Shouting wird bevorzugt im Hardcore, Thrash Metal und im Metalcore, aber auch in jedem anderen (aggressiveren, emotionaleren) Rockstil eingesetzt. Im Punk zum Beispiel wird häufig die Möglichkeit genutzt, mittels Shouts melodisch zu singen (durch den Anteil, der nicht mit den Taschenbändern gebildet wird). Beim Shouting kann es durch zu starkes Luftpressen und zu kurze Erholungszeiten schnell zu Stimmbandentzündungen kommen.


Growling-Video:


Integratives Stimmtraining

Integratives Stimmtraining ist eine besondere Form des Gesangsunterrichtes, bei dem zu den üblichen Lehrgegenständen und -inhalten noch weitere hinzukommen, welche ebenfalls einen Einfluss auf die Stimme und den Gesang haben können. So stehen auch Atemübungen zur Anpassung des Gesanges an den individuellen Atemrhythmus und ein spezielles Körpertraining für das ideale Körpergefühl auf dem Programm. Ein Vorteil ist, dass viele Übungen - einmal erlernt - auch selbstständig durchgeführt werden können.
Integratives Stimmtraining ist eine recht junge, markengeschützte Technik, die von Romeo Alavi Kia im Laufe seiner in den 1980er Jahren betriebenen Studien entwickelt wurde und von ihm selbst auch praktiziert wird.

Wer sich für Unterricht in Integrativem Stimmtraining interessiert kann auf dieser Website entsprechende Gesangslehrer und Stimmtrainer finden.


Jazzgesang

Jazzgesang ist der stimmliche Beitrag zur Jazzmusik, bei dem es in der Regel weniger um die Vermittlung eines Textes oder die Darbietung einer schönen Stimme, sondern mehr um den zum Stück passenden Ausdruck geht.
So werden häufig Instrumente nachgeahmt oder die Stimme wird als eigenständiges Instrument eingesetzt. Dementsprechend kommt es häufig vor, dass völlig ohne Text gesungen wird - insbesondere dann, wenn improvisiert zum Rhythmus und/oder zur Melodie gesunegn wird (Scat). Neben häufiger Synkopierung ist die Improvisation wichtigstes Merkmal des Jazzgesangs. Dabei soll das Lied zwar erkennbar bleiben, darf jedoch stark variiert werden. Die Wurzeln des Jazzgesanges liegen im Blues und in Spirituals im frühen 20. Jarhundert, was sich anfänglich auch in den Melodien niederschlägt.
Im modernen Free Jazz werden die Merkmale des Jazzgesangs stark überspitzt. Worte spielen häufig gar keine Rolle mehr, dafür können auch gesangsuntypische Ausdrucksformen wie Schreien, Lachen, Weinen, Gurgeln oder Stöhnen vorkommen. Auch werden  hier immerwieder andere  Gesangsformen wie Obertongesang oder gar Jodeln mit einbezogen.

Wer gerne Jazzgesang erlernen möchte, kann auf dieser Website entsprechende Gesangslehrer für Gesangsunterricht finden.





Jodeln

Jodeln ist eine Form des textlosen, bzw. lautmalerischen Gesanges. Charakteristisch sind dabei häufige Wechsel im Gesangsregister zwischen der Brust- und der Kopfstimme (Falsettstimme), sowie große Intervallsprünge.
Der Ausdruck "Jodeln" selbst ist lautmalerisch und umschreibt die typischen Klänge dieser Gesangsform.

Das Jodeln geht auf vorhistorische Kommunikationsformen zurück, wie sie weltweit in Gebirgen vorkommen. Um sich ohne technische Hilfsmittel über größere Entfernungen verständigen zu können, haben viele Völker individuelle Ruftechniken entwickelt. Bekannte Formen dieser Ruftechniken sind beispielsweise die der Pygmäen in Zentralafrika oder die der Samen in Lappland (Joiken). Die frühesten Formen sind in China entstanden.
Im Alpenraum verständigten sich Hirten, Waldarbeiter und Köhler durch den Almschrei oder den Juchzer. Erstere riefen auch ihr Vieh mit dem sogenannten Viehruf oder Jodler.

In dieser Region ist das Jodeln schließlich auch in musikalische Darbietungen eingegangen und heute Bestandteil der volkstümlichen Musik geworden. Aber auch in anderen deutschen Gebirgen wie im Hartz, Erzgebirge oder im Thüringer Wald wird muikalisch gejodelt.
In den USA und Australien kommt der Jodler in der Country-Musik zum Einsatz. Hierin hat es durch kulturellen Austausch zu Beginn des 20. Jahrhunderts Einzug gehalten. Im Laufe der Zeit hat auch die Western Musik einen abgewandelte Form des Jodelns aufgenommen.

In der alpenländischen Volksmusik wird zwischen dem gesungen Jodler, welcher meist in Bruststimme nur in Zwischensequenzen gesungen wird und dem geschlagenen Jodler, welcher die Wechsel zwischen Brust- und Kopfstimem aufweist und häufig als Hauptbestandteil eigenständiger Lieder auftritt.
Ursprünglich wurde wohl meist solistisch gejodelt. Im Laufe der Zeit trat der Jodler aber auch Mehrstimmig und in instrumentalisierten Stücken auf. Es entstanden Jodel-Chöre und kleinere Musikgruppen.

Wer Lust hat selbst das Jodeln zu erlernen, findet auf dieser Website entsprechende Angebote für Gesangsunterricht.

Beispiele
(Beginn: 0:35)



Jodeln in der volkstümlichen Musik (Beginn 0.59):





Kehlgesang

Kehlgesang ist eine Form des Oberton- bzw. Untertongesangs, der vor allem im asiatischen Raum (z.B. Sibirien, Mongolai, Tibet) verbreitet, aber auch in Südafrika oder bei den Inuit zu finden ist. Bei dieser Gesangsform werden durch Verengung des Kehlkopfes und anderer Bereiche des Atemweges einzelne Ober- oder Untertöne verstärkt, sodass sie isoliert wahrgenommen werden können und den Gesang eines einzelnen Sängers mehrstimmig erscheinen lassen.
Kehlgesang ist vor allem eine traditionelle Gesangsform, wird aber auch immer häufiger für modernere Musikstücke mit Folkeinschlag verwendet.

Kehlgesang wird auch von Gesangslehrern auf dieser Website unterrichtet.




Kinderstimmbildung

Hierbei handelt es sich um eine speziell auf Kinder und deren stimmliche Möglichkeiten ausgerichtete Form der Stimmbildung. Siehe "Funktionale Stimmbildung".

Gesangslehrer für Unterrichtsstunden in Kinderstimmbildung finden sich auf dieser Website.


Klangstrasse

Bei der Klangstraße handelt es sich um eine spezielle Form des Musikunterrichts (Musikpädagogik), bei welcher Kinder innerhalb von zwei Unterrichtsjahren durch Gesang, Tanz und Musizieren an Musik herangeführt werden und ein Verständnis für Musik entwickeln sollen.


Klass. nordindischer Gesang

Die indische Gesangskunst macht besonders deutlich, welche zwei Charakteristika die klassische indische Musik auszeichnen:

  1. Zum einen ist sie modal und hält wie die europäische Bordunmusik an einem Grundton fest; es gibt keinen Tonartenwechsel.

  2. Zum anderen ist sie vokal konzipiert: Auch die reine Instrumentalmusik lässt stets erkennen, dass die menschliche Stimme als Vorbild gedient hat. Auch wenn ein Instrumentalmusiker keine geübte Stimme hat und kein ausgebildeter Sänger ist, so sollte er all das, was er durch seine Improvisationen zum Ausdruck bringen möchte, leise mitsingen können, denn das erleichtert ihm das Improvisieren.
Während der Instrumentalist zuerst die Technik seines Instrumentes erlernt, kann der Sänger den direktesten Weg gehen und seine inneren Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Selbstverständlich ist auch dazu langjährige Ausbildung unerlässlich, so z.B. für die Atmungstechnik der sog. Gamak-Improvisationen. 

Gamak oder Gamaka(m) sind bestimmte Verzierungen in der klassischen indischen Musik, die einen Raga eine bestimmte Charakteristik verleihen. Es ist für jeden Raga genau festgelegt, welche Arten von Gamakas auf bestimmte Noten angewandt oder auch nicht angewandt werden dürfen.
Der Raga selbst ist eine melodische Grundstruktur, eine Art „Klangpersönlichkeit“, die wiederum zu einer feststehenden Tonskala zugeordnet ist, ähnlich wie die westlichen Kirchentonarten.

Zu den Gamaks gehören Veränderungen in der Tonhöhe (engl. pitch), bei denen heftig zwischen benachbarten und entfernten Tönen oszilliert wird.

Die Anzahl der Gamaks wurden von verschiedenen Kommentatoren indischer Musik mal auf fünfzehn (Sarangadeva), auf neunzehn (Narada) oder auf sieben (Haripala) angegeben.

In der nordindischen oder hindustanischen Musik sind die Gamaks ähnlich dem meend (Hindi: मींड), einem Glissando von einer Note zur anderen (bei bundierten Saiteninstrumenten durch ein Drücken der Saite gegen den Bund reaslisiert, ähnlich dem portamento und Fingervibrato), und dem andolan (Hindi: अंदोलन). Andolan ist ein sanftes Oszillieren um eine Note, bei der die Umgebung des benachbarten Tones ebenso berührt wird wie die Shrutis dazwischen. (Erklärung für Shruti: Die Tonleitern der westlichen Musik benutzen maximal 12 Töne pro Oktave. Die indische Musik orientiert sich dagegen an den Shrutis (Mikrotönen), die eine Oktave in 22 Schritte unterteilen. Pro verwendeter Skala (Tonleiter) gibt es 7 Haupttöne, sogenannte Svaras.)
Welche Noten (andolit svars) für andolan benutzt werden, hängt vom Raga ab.

Beim indischen Gesang werden schnelle Tonfolgen mit der Hand gestisch verdeutlicht. Dies ist nicht nur für das Publikum faszinierend anzusehen, sondern hat auch für den Sänger eine sehr wichtige Bedeutung. Sämtliche Töne der drei üblicherweise erreichbaren Oktaven sind nämlich je einem bestimmten Körperpunkt zugeordnet:
  • Die untere Oktave reicht von den Zehen bis zum Nabel. Am Nabel findet sich auch der Grundton, von dem der Künstler bei seinen Improvisationen ausgeht. Dieser Grundton ist dem Orgelpunkt in der westlichen Musik gleichzusetzen.
  • Die mittlere Oktave reicht vom Nabel bis hin zum sog. spirituellen Auge (welches oberhalb der Schläfen verortet ist). In der mittleren Oktave befinden sich neben dem Grundton die zwei nächst wichtigsten Noten, nämlich die Quarte auf Höhe des Brustbeins, sowie die Quinte, die der Herzgegend zugeordnet ist.
  • Die dritte und obere Oktave umfasst den Raum vom spirituellen Auge bis hin zum Scheitelpunkt.
Der menschliche Körper weist somit an vier Stellen den Grundton auf verschiedenen Oktaven auf: An Zehe, am Nabel (Ausgangspunkt), am spirituellen Auge und am Scheitelpunkt.

Wenn Musik von Noten gespielt wird, so hört der Musiker in der Regel den Ton erst dann, wenn er ihn gerade anspielt oder singt. Bei der Improvisationsmusik jedoch ist es wichtig, dass der Musiker die Noten, die nach der "jetzt" gespielten Note erklingen sollen, "jetzt" schon fühlt. Folglich sollte er seinem musikalischen Denken immer einige Sekunden voraus sein. Entsprechend sind die Handgestiken wichtig, da der Musiker durch seine Gestik die Note mittels Körpernähe anzeigt, in welcher Oktave seine Stimme sich gerade befindet, während er mit seiner inneren, mentalen Stimme schon einige Töne weiter ist.
So lässt sich auch das Obertonsingen erklären, bei dem mit der Stimme die Frequenz einer Note festgehalten wird, während der Sänger mit der mentalen Stimme gleichzeitig eine oder auch mehrere Noten darüber liegen kann.
Musik, die unter diesen Gesichtspunkten entsteht, setzt nach innen gerichtetes und kontemplatives Musikdenken voraus.


Klassischer Gesang

Klassischer Gesang ist die Gesangsform, welche vor allem in der klassischen Musik angewendet wird. Sie wird auch virtuoser Kunstgesang genannt.
Um den hohen Ansprüchen der klassischen Musik zu genügen bedarf es einer guten Stimmbildung. Ein klassischer Sänger muss in der Lage sein, Töne klar, präzise und in der jeweils geforderten genauen Lautstärke wiederzugeben. Außerdem muss der Sänger sich an die verschiedenen Stücke und Aufführungssituationen anpassen können. Eine Oper in einem vollbesetzten Opernhaus mit großem Orchester zu singen, erfordert eine wesentlich lautere und kraftvollere Stimme, als ein Liedgesang, der oft nur von einem Klavier begleitet wird und somit mehr Eigenarbeit, Präzision und Ausdruck verlangt.
Die drei Hauptkategorien des klassischen Gesangs sind Operngesang, Oratoriengesang und Liedgesang.

Gesangsunterricht im klassischen Gesang oder einer seiner Unterformen kann man auch hier auf der Website finden.



Liedgesang

Liedgesang ist eine Form des klassischen Gesanges, die dazugehörige Liedform ist das Kunstlied. Anders als beim Operngesang oder Oratoriengesang liegt hier der Fokus ganz auf dem Sänger, der oft nur von einem Klavier begleitet wird. Er muss dadurch nicht ganz so tragend, aber viel präzieser und ausdrucksstärker singen. Meist basiert ein Kunstlied auf einem zuvor unabhängig geschriebenen Gedicht, sodass klar verständlich gesungen werden muss, damit dieses das Publikum auch erreicht. Pianist und Liedsänger müssen gut aufeinander abgestimmt sein und gleichermaßen die jeweils im Text enthaltenen Gefühle zum Ausdruck bringen. Keiner von beiden kann sich hinter der Musik verstecken.
Im engeren Sinne bezeichnet der Begriff "Kunstlied" deutsche Lieder aus der Romantik (und solche die in dieser Tradition stehen), die nach dem obenstehenden Prinzip aufgebaut sind. Jedoch gibt es auch anders sprachige Werke, welche an diese Tradition angelehnt sind. Gesungene Lieder, die von einem kleinen Ensemble begeleitet werden, gehören in der Regel hingegen nicht zu den Kunstliedern, sondern zur vokalen Kammermusik.

Gesangslehrer für Liedgesang sind auch auf dieser Website registriert.





Mikrophonsingen

Das Singen in ein Mikrophon (Mikrophonsingen) unterliegt etwas anderen Bedingungen als das unverstärkte Singen. Es muss unter anderem beachtet werden, dass das vom Mikrophon aufgenommene Signal entweder durch Lautsprecher verstärkt wird oder im Falle einer Aufnahme durch Software in der Lautstärke reguliert wird. Dies führt dazu, dass dem Sänger eine andere Stimmregulierung abverlangt wird. Außerdem reagieren Mikrophone auf bestimmte Klänge sehr empfindlich und auf andere weniger empfindlich, weswegen der Sänger unter Umständen an seiner Artikulation arbeiten muss.

Dies und weiteres bezüglich Mikrophonsingen können einem Musiklehrer auf dieser Website beibringen. Wenn du Interesse hast, schau dich einfach einmal um!



Musicalgesang

Musicalgesang ist die Gesangsform die in Musicals zum Einsatz kommt. Ein Musical ist ein auf Musik, Tanz und insbesondere auf Gesang gestütztes Theaterstück - der musiklastigeren Operette nicht unähnlich, jedoch moderner und vielseitiger.
Musicalgesang richtet sich nach dem Musikstil des jeweiligen Stückes. Er kann die Anforderungen Rock- und Popgesang haben, aber auch in Richtung klassischen Gesanges gehen (wenn gleich die Ansprüche wohl nicht ganz dieselben sein werden). Darüber hinaus muss ein Musicalsänger allerdings noch mehr beherrschen. In erster Linie ist er ein Schauspieler, im Vergleich zur Operette gibt es im Musical weit mehr gesprochenen Dialog. Und nicht zu letzt wird ein Musicalsänger immer wieder auch tanzen müssen.
Die Einbindung in konkrete Szenen der Musicalstücke kann es erfordern unkonventionelle Techniken wie Schreien, Lachen oder Weinen mit in den Gesang einzubeziehen. Eine wichtige Technik des Musicalgesanges ist das sogenannte Belting (ein typischer Unterschied zwischen modernem und klassischem Gesang), bei welchem die Bruststimme um möglichst viele hohe Töne erweitert werden soll. Während im Rock-, Pop- oder Soulgesang die Beherrschung des Beltings ausreicht, muss ein Musicalsänger oft beides beherrschen um möglichst vielen verschiedenen Stücken gerecht werden zu können.

Wer Musicalgesang erlernen will, findet auf dieser Website einige Möglichkeiten für entsprechenden Gesangsunterricht.





Obertongesang

Ähnlich wie beim Kehlgesang werden im Obertongesang durch Beeinflussung der Atemwege (insbesondere Kehle) und des Mundraumes, aber auch der Lippen, die Obertöne der Gesangsstimme hervorgehoben, wodurch der Eindruck von Mehrstimmigkeit entsteht. Beim Kehlgesang liegt der Schwerpunkt auf der Verengung des Kehlkopfes.
In der westlichen Musik hat der Einsatz von Obertongesängen erst richtig mit der New-Age-Szene begonnen, welche sehr von der Folkmusik aus dem asiatischen Raum (insbesondere Indien) beeinflusst wurde. Heute kommt er auch immer häufiger in elektronischer Musik und nicht zuletzt der Filmmusik vor.

Interessierte an Unterricht in Obertongesang können auch auf dieser Website geeignete Gesangslehrer finden.


Operngesang

Operngesang ist eine spezielle Form des klassischen Gesanges, welcher der Bezeichnung entsprechend in Opern zum Einsatz kommt. Er erfordert eine klare, tragende Stimme, mit welcher ein ganzer Opernsaal erfüllt werden kann. Zudem muss ein Opernsänger in der Lage sein, in einem Kostüm mit oder gegen ein Orchester singend die Handlung der Oper gestisch zu untermalen.
Opern sind ursprünglich der Versuch der Renaissance das antike Drama wieder aufleben zu lassen und mit klassischer Musik in Verbindung zu bringen. Daher müssen die Hauptdarsteller sowohl schauspielen als auch hervorragend singen können. Im Laufe der Zeit haben sich Opern sehr verändert und mit ihnen der Gesangsstil.
Im 16. Jahrhundert legte man im Zuge der Anlehnung an das antike Drama noch großen Wert auf die Verständlichkeit des Liedtextes (rezitierender Gesang), weswegen die Melodien einfach und die musikalische Begleitung schmal gehalten wurde. Musik und Gesang dienten in dieser Zeit vor allem dem Transport von Emotionen.
Die Entstehung großer Opernhäuser in späterer Zeit machte es erforderlich, dass Musik und Gesang lauter vorgetragen wurden, was sich natürlich auch auf den Stil niederschlug. Es wurde zunehmend schwieriger eine verständliche Sprache beizubehalten. Stattdessen ging man dazu über, die Gesangslinien komplexer und schwierger werden zu lassen und auszuschmücken. Diese Entwicklung fand im kunstvollen Belcanto ihren Höhepunkt.
Im 19. Jahrhundert schließlich bekam die Musik einen größeren Stellenwert und die Orchester wurden ausgebaut. Um sich gegen diese noch behaupten zu können, wurde der Operngesang wieder etwas einfacher in der Melodie und dafür kräftiger. Dafür traten womöglich die Emotionen wieder duetlicher hervor.

Wer Operngesang erlernen möchte, kann auf dieser Website nach passendem Gesangsunterricht suchen.





Oratoriengesang

Oratoriengesang ist eine klassiche Gesangsform, die in sogenannten Oratorien, klassisch musikalischer Darbietungen religiöser (meist christlicher) Erzählungen auftritt. Im Gegensatz zur Oper wird die Handlung jedoch allein durch den Gesang vermittelt und nicht darstellerisch. In der Regel gibt es drei bis sechs Gesangsparte, die bei Stücken, die große Orchester erfordern von Mehrstimmigen Chören übernommen werden. In der Frühzeit der Oratorien, in welcher diese noch überwiegend im kirchlichen Rahmen aufgeführt wurden, reichten jedoch einzelne Sänger.
Im 20. Jahrhundert wurden Oratorien gelegentlich auch in moderne Musikstile wie Rock oder Pop überführt.

Gesangslehrer für Unterricht in Oratoriengesang lassen sich auf dieser Website finden.



Popgesang

Popgesang ist die Gesangstechnik der sogenannten Popmusik. Popmusik (nicht zu verwechseln mit populärer Musik , bzw. Volksmusik) wiederum ist die Bezeichnung für Musik, die in den 1950ern aus dem Rock & Roll und Folk entstanden ist. Anfänglich war sie als Beatmusik bekannt und noch sehr gitarrenlastig. Lange Zeit war sie eng verwandt mit der Rockmusik.
Heute kann "Popmusik" aber musikalisch alles bezeichnen, was harmonisch einfach und gefällig (nachsingbar) genug ist um kommerzieller Mainstream zu werden. Seit den 1980er Jahren und besonders im 21. Jahrhundert ist Popmusik zunehmend elektronischer geworden und hat sich somit musikalisch von ihren Wurzeln entfernt.
Typische Techniken des Popgesanges sind Kopfstimme und das sogenannte Belting, bei welchem die Bruststimme in ungewöhnlich hohe Tonlagen gepresst wird. Es können aber auch Sprechgesang (bis hin zu Rap) und außer gesangliche Techniken wie Flüstern oder Stöhnen zum Einsatz kommen.

Viele Popsänger sind Autodidakten, da Popgesang weniger hohe Ansprüche stellt als beispielsweise Liedgesang. Für (semi-)professionelle Popsänger bietet sich Gesangsunterricht dennoch an, um Schäden durch häufige Beanspruchung des Stimmapparates zu vermeiden. Wer in dies wahrnehmen möchte, findet geeignete Gesangslehrer auf dieser Website.



Bananafishbones -- Come To Sin - MyVideo


Relative Solmisation

Die Solmisation ist eine bestimmte Methode zur Einstudierung von Gesang und zur Stimmbildung, bei der man alle Tonstufen auf bestimmte Silben singt. Die europäische Tradition der Solmisation führt zurück auf das Mittelalter bzw. auf die Zeit Anfang des 11. Jahrhunderts, als es noch keine Noten gab. Vor Guido von Arezzo, der die Solmisation einführte, wurden für die musikalische Notation Zeichen, sogenannte Neumen, benutzt, die keinen Aufschluss über die genaue Länge oder Höhe des Tons zuließen.

Historischer Abriss über die Entwicklung der relativen Solmisation:

  • 1742 hatte Jean-Jacques Rousseau eine Ziffernmethode vorgestellt, die den Grundton mit der Ziffer 1 notierte, die zweite Stufe mit der Ziffer 2 etc..  Die sieben Ziffern wurden auf die traditionsreichen Silben ut, ré, mi, fa, sol, la, si gesungen.
  • Der Mathematiker Pierre Galin, sein Schüler Aimé Paris und dessen Schwager Emile Chevé arbeiteten die rousseausche Methode aus und machten die Galin-Paris-Chevé-Methode vorübergehend sehr erfolgreich.
  • Auch die Engländerin Sarah Ann Glover knüpfte an den alten Solmisationsgedanken an und entwickelte ihn weiter, nicht zuletzt, indem sie die Tonsilben anglizierte (doh, ray, me, fah, soh, lah, te) und abkürzte (d, r, m, f, s, l, t). In der Silbe soh wurde das guidonische sol an die übrigen mit Vokal endenden Silben angeglichen, das te verdankte sich dem Umstand, dass sich ein se in abgekürzter Form nicht vom soh unterschieden hätte.
  • 1842 veröffentlichte John Curwen, ein von Heinrich Pestalozzi geprägter Erzieher, einen ersten Artikel über Glovers Ansatz; in der Folge überarbeitete er diesen Ansatz mit viel Geschick und propagierte ihn als Tonic-sol-fa-System in ganz Großbritannien; 1870 schließlich ergänzte er die Methode durch Aimé Paris’ Taktsprache und durch selbst entwickelte Handzeichen.
  • Agnes Hundoegger adaptierte das Prinzip in der Tonika-Do-Methode für den deutschsprachigen Raum, Zoltán Kodály in der Kodály-Methode für Ungarn, Edwin E. Gordon in der Music Learning Theory für die USA und Dick Grove für die Jazzpädagogik und -Harmonielehre, speziell die Akkordskalentheorie und als Basis für Jazzharmonisation und -Reharmonisation.
  • Auf Kodály aufbauend entwickelte der estnische Chorleiter Heino Kaljuste eigene Solmisations-Silben für das Gebiet der UdSSR. Da in der UdSSR die Guidonischen Silben für die absolute Solmisation verwendet wurden, entwickelte Kaljuste für die relative Solmisation eigene Silben mit veränderten Konsonanten, aber unter Beibehaltung der Guidonischen Vokale. Von Heino Kaljuste wurden für die relative Solmisation die Silben jo, le, wi, na, so, ra, ti verwendet.
In der „relativen“ Solmisation seit Sarah Ann Glover stehen die Tonsilben do, re, mi, fa, so, la, ti, do für jegliche Durtonleiter (sei es C-Dur, Des-Dur, D-Dur oder Es-Dur …), die Tonsilben la, ti, do, re, mi, fa, so, la für jegliche natürliche Molltonleiter (sei es a-Moll, gis-Moll, g-Moll oder fis-Moll …). In der harmonischen Molltonleiter mit ihrer erhöhten siebten Stufe wird aus dem so ein si, in der melodischen Molltonleiter zusätzlich aus dem fa ein fi – Erhöhungen werden also durch den helleren Vokal i angedeutet. Entsprechend stehen dunklere Vokale für Erniedrigungen, bei manchen Autoren a und o, bei anderen konsequent u. Die wichtigsten Hoch-Alterationen sind dodi, reri, fafi und sosi, die wichtigsten Tiefalterationen tita, lalo und mima  bzw. titu, lalu und mimu.


Rockgesang

Rockgesang ist dem Namen gemäß die Gesangsform der Rockmusik. Er ist technisch dem Pop-, Soul- und Bluesgesang (in gewissen Grenzen auch dem Jazzgesang) sehr ähnlich, legt stilistisch jedoch leicht andere Schwerpunkte.
Rockmusik ist ein sehr weites Feld, sodass sich schwer pauschal etwas zum Rockgesang sagen lässt. Außer in gelegentlichen Begleitchören macht der Rockgesang jedenfalls kaum gebrauch von klassischen Gesangtechniken, was mitunter auch daran liegt, dass ein Großteil der Sänger Autodidakten sind. Beeinflusst ist der Rockgesang sicherlich von den Gesangsformen der musikalischen Urväter der Rockmusik, dem Rhythm & Blues, dem Blues, dem Rock'n'Roll und letztlich auch dem Jazz.
Genau wie beim verwandten Popgesang ist das sogenannte Belting ein wesentliches Mittel. Dabei wird die Bruststimme in höhere Tonlagen gepresst. Außerdem setzen viele Rockänger Techniken wie das Shouting oder das Screaming, eine Art melodisches Kreischen und Schreihen, ein, um das richtige Rock-Gefühl zu transportieren: Energie, Erotik, aber auch Wut oder Trauer. Um diese Gefühle zu untermalen sind auch außermelodische Mittel wie wirkliches Schreien, Stöhnen, Heulen oder Lachen keine Seltenheit.
In einem Ableger der der Rockmusik, im Metal, werden all diese Techniken verstärkt angewandt und überzeichnet. Dort kommt auch noch das markante Growling hinzu, bei welchem die gesangsstimme zu einem knurrenden Brüllen verzerrt wird.

Viele dieser Techniken beanspruchen die Stimmbänder sehr und können bei häufigem Einsatz schnell zu Entzündungen führen. Es empfielt sich daher, die Stimme durch Gesangsunterricht zu trainieren. Gesangslehrer für Rock- und Metalgesang können angehende Rocksänger auf dieser Website finden.






Solfeggieren / Solmisation

Eine Solfeggie (it. solfeggio, Plural solfeggi) ist ein Übungsstück in der Lehre und Praxis des Gesangs, bei dem

  • einzelne Töne syllabisch auf die entsprechende Solmisations-Silbe (s.u.) gesungen werden,
    oder
  • Tonfolgen melismatisch (d.h. mehrere Noten/Töne pro Vokal, wie bei "Glo-o-o-o-o-o-o-o-o-o...ri-a") auf einzelne Solmisations-Silben gesungen, "solfeggiert", werden.
Solmisation (von lat. solmisatio oder solmizatio; auch: solmifatio, solfatio, solfisatio, solfasatio, solfatura) bezeichnet die auf Guido von Arezzo (um das Jahr 1000 n. Chr.) zurückgehende Methode, zur Einstudierung eines Gesangs und zur Stimmbildung alle Tonstufen auf Silben zu singen. Diese Methode wurde für das europäische Mittelalter verbindlich, u.a. durch die Guidonische Hand, einer Merkhilfe, bei der jedem Fingerglied eine Tonstufe zugeordnet ist.

Vermutlich im 13. Jh. begann man, das Verfahren eigens zu benennen, und sprach u. a. von solfatio, abgeleitet von den Tonsilben sol und fa. Gegen Ende des 15. Jh. ist dann die mittellateinische Wortbildung solmisatio/solmizatio belegbar, abgeleitet von den Tonsilben sol und mi. Heute wird zwischen der „relativen“ und der „absoluten“ Solmisation unterschieden. Und das kam so:

Fast 600 Jahre lang bezeichneten die guidonischen Silben keine festen Tonhöhen, sondern bestimmte Orte im Tonsystem, nach heutigem Sprachgebrauch: „relative“ Tonhöhen. Um 1600 allerdings begannen französische Musiker, die Silben auf feste Tonhöhen anzuwenden – ut entsprach dem c, re dem d etc. Um die Tonstufen der diatonischen Leiter zu komplettieren, benannten sie die siebte Stufe si.

Ab Mitte des 17. Jh. wurde die eher unsangliche Silbe ut allmählich durch do ersetzt – die (C-)Dur-Tonleiter aufwärts hieß nun also
                                             do, re, mi, fa, sol, la, si, do.
Die Zweiteilung in eine ältere „relative“ und eine jüngere „absolute“ Tradition blieb bestehen; die Einbeziehung chromatischer Tonstufen führte in den beiden Systemen zu unterschiedlichen Konsequenzen.

Im deutschsprachigen Raum machten im 20. Jh. nacheinander zwei komplexere Konzepte Karriere (obgleich der einflussreiche Fritz Jöde die relative Solmisation propagierte): das „absolute“ Tonwort von Carl Eitz und Jale, ein „relatives“ System von Richard Münnich. Gegen Ende des 20. Jh. begann sich in der Musikpädagogik eine neue Blüte der relativen Solmisation abzuzeichnen.


Soulgesang

Soulmusik, und damit der Soulgesang, entstand in den 1950er Jahren in den USA als eine Art afroamerikanische Pop- oder Tanzmusik, deren Wurzeln im Rythm & Blues, Hard Bob und Ghospel liegen.
Ursprünglich stark auf die sehr gefühlsbetonte Vortragsweise fokussiert, wurden im frühen Soul auch aus dem Gospel stammende Technicken wie das Shouting (schreien, rufen) verwendet und die Musik durch Klatschen rhythmisch unterstüzt.
Später wurden im Neo-Soul verstärkt andere Musikstile wie Funk, Disco oder Hip-Hop mit eingebunden, wodurch gelegentlich die Musik eine größere Rolle einnahm. Natürlich flossen auch Gesangstechniken dieser Musikstile mit ein.
Gesanglich unterscheidet sich Soul hauptsächlich durch die Klangfarbe (Timbre) von anderen Musikstilen. Da auch Gesangstechniken eingesetzt werden, die auf Dauer den Sprechapparat stark beeinträchtigen können - wie zum Beispiel das Belting, bei welchem die Bruststimme in höhere Tonlagen gepresst wird - aber auch, weil dies dem Ausdruck beim Singen dienlich ist, empfielt sich Gesangsunterricht.

Gesangsunterricht für Soul, Jazz und Pop lässt sich auch auf dieser Website finden.




Sprechtraining / Stimmcoaching

Stimmtraining, Stimmcoaching oder auch Vocalcoaching richtet sich an Ausdruck, Klang, Rhythmus und der Vortragsweise von Gesang und Sprechakten gearbeitet. Außerdem wird die Stimme hinsichtlich ihrer Belastabrkeit trainiert. Dies kann Bestandteil eines Gesangsunterrichtes sein, aber auch eigenständig von einem Vocalcoach durchgeführt werden.
Ein Stimmtrainer kann darüber hinaus aber auch für Arbeit am Text selbst zuständig sein, wenn ihm Auffällt, dass bestimmte Stellen besser umzusetzen wären, würden sie anders formuliert sein.

Stimmtrainer und entsprechende Gesangslehrer finden sich auf dieser Website.


Stimm-Improvisation

Als Stimm-Improvisation soll hier die musikalische Improvisation mittels Gesang verstanden werden. Frei oder zu bestehenden Stücken kann ein Sänger Melodien erfinden oder variieren. Dies ist eine wesentliche Technik des Jazzgesangs und Techniken wie dem Scat-Gesang, ist aber auch hilfreich beim Song-Writing, wenn es darum geht zu einer Harmonie oder gar einem instrumental nahezu fertigen Stück einen Gesangspart zu entwickeln.
Wichtig bei der (Stimm-)Improvisation ist neben der Beherrschung des Instruments - in diesem Falle der Gesangsstimme - das Verständnis für die, der jeweiligen Harmonie zugrunde liegenden, Parameter wie Tonleiter, Stil und Rhythmus. Natürlich ist auch eine gehörige Portion Kreativität gefragt.

Lehrer, die einen auf dem Weg zur gelungenen Improvisation unterstützen und Unterricht geben können, kann man hier auf der Website finden.



Stimmtest und Standortbestimmung

Stimm- und Singtest 

Es kann für eine Sängerin / einen Sänger sehr aufschlussreich sein, die Meinung einer fachlich kompetenten und erfahrenen Gesangs-Lehrperson einzuholen, was ihre / seine Fähigkeiten anbelangt. Es ist eine Standortbestimmung. Folgende Punkte werden geklärt:

  • Ist meine Stimme gesund und funktioniert sie beim Sprechen und Singen richtig?
  • Auf welchem Niveau ist meine Gesangstechnik?  Was kann ich verbessern und wie wäre mein Stimmtraining aufgebaut?
  • Wie ausdrucksstark ist meine Stimme beim Singen von Songs / Lieder? Wo liegen ihre Stärken, wo sind die Schwachpunkte?
  • Wie interpretiere ich Songs? Was kann ich verbessern?
  • Wo stehe ich musikalisch? Welche Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten beherrsche ich, welche fehlen mir?